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Nicht Ballou, der Bär, sondern Lou, die bärige Hündin.

 

Hallo, Leute !! Seit einigen Tagen tapse ich bei dieser unglaublichen Hundetruppe mit, die als "Hundesenioren" bekannt sind. Man nennt mich Lou. Früher hörte ich auf den Namen Ballou, aber die Hundesenioren verbinden diesen Namen mit einem großen, freundlichen Bären; sie meinen, daß zu einer großen Hundedame wie mir der Name Lou besser passt. Obwohl: Manchmal höre ich von den Menschen, die mich sehen, vor allem mich gehen sehen, daß ich Ähnlichkeit mit einem Bären hätte...

Ich bin eine Sylterin. In meinem früheren Leben muß ich so etwas wie ein Kneipenhund gewesen sein. Ich kann mich dunkel an ein Unglück, einen Unfall erinnern, hinten war ich so doll verletzt, daß ich nur noch ziemlich tapsig gehen kann. Und weil ich außerdem noch etwas mollig bin, sagen manche Menschen, ich sei wie ein Bär ( Pööh !! ). Außerdem hatte ich eine Operation und dann noch eine (keine Ahnung, was da war), und danach erst wurde ich so mollig, was kann ich denn dafür ?

Ich kam weg von der Kneipe zu einem Frauchen, die leider vor kurzer Zeit von dieser Welt ging. Daher musste ich zu anderen Leuten, und zu noch einer anderen netten Frau, bis schließlich der Dosenöffner der Hundesenioren kam und mich zu der Rentner-Band hier brachte.

Da bin ich ja in eine Meute geraten !! Lisa ist eine alte junge Wilde, Nadia ist eine putzige, tolle Oma, Max ist wie ein Senior-Chef, und Frici wie ein eigensinniger Junior-Chef. Und mittendrin tapse ich jetzt durchs Revier. Das macht richtig Laune, und ich kann schon längere Spazier- (Revier-) Gänge mitmachen als früher. Ich bin gleich richtig freundlich aufgenommen worden, es gab überhaupt keinen Streit. Weil ich viel größer und schwerer bin als die Anderen, könnte ich spielend die Chefin werden, aber das will ich überhaupt nicht, ich möchte nur die große Freundin und Gefährtin für die Hundesenioren-Gruppe sein. Das klappt bis jetzt ganz prima.

Der Dosenöffner war mit mir bei Fraudoktor. Sie macht sich Sorgen, weil sie aus einer Probe meines Blutes Probleme mit den Nieren und der Leber und der Schilddrüse herausgelesen hat. Außerdem hat sie mit einer merkwürdigen weißen Maschine in mich hineingeschaut. Und sie hat gehört, daß mein Herz nicht so gut pocht. Jetzt muß ich eine Menge Medizin schlucken, und ich kriege anderes Futter als früher, das schmeckt nicht so gut, hoffentlich kann ich mich daran gewöhnen. Und abnehmen muß ich auch, wenn es irgendwie möglich ist.

Aber davon will ich mir den Spaß am Leben bei den Hundesenioren nicht verderben lassen. Es war schon früher nicht so einfach für mich, ich habe es trotzdem bis hierher geschafft, ich bin jetzt sechzehn Jahre alt. Gemeinsam werden wir noch ein weiteres Stück vom Weg bewältigen, da bin ich mir ganz sicher. Und die Hundekumpels und die Menschen hier werden mir bestimmt helfen, wo sie können.

 

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Lou hat die Gemeinschaft der Hundesenioren verlassen

 

31.03.2007

Lou ist von uns gegangen. Mein Ausfallen als Betreuer der Hundesenioren hat diesen Fortgang angeschoben, weil die Gemeinschaft der Hundesenioren auseinander gerissen werden musste. Ob die Zeit für Lou einfach gekommen war, oder ob sie wegen meines Ausfallens ging, kann ich nicht ermessen, wird mich aber immer beschäftigen.

Lou war eine Hündin, die nur aus Milde und Freundlichkeit und Sanftheit bestand. Ihr früheres Leben wurde durch einen schweren Autounfall und eine mißlungene Operation erschüttert, unerschütterlich war Lou jedoch in ihrer Freundlichkeit und Güte. Sie begleitete das Leben einer älteren Dame bis zu ihrem Tod. Nach einer kleinen Odyssee durch Tier-Pensionen und Pflegestellen stieß sie zu den Hundesenioren - eher durch Zufall: Der Dosenöffner der Hundesenioren ausgerechnet hatte sich als Fahrer zur Verfügung gestellt, um Lou zu einer neuen Pflegestelle zu bringen: dazu kam es nicht, die Odyssee hatte ein Ende.

Genau an ihrem sechzehnten Geburtstag zog Lou bei den Hundesenioren ein. Ihr blieb ein halbes Jahr, eine über weite Strecken für sie glückliche Zeit, in der sie uns alle mit ihrem sanften Wesen verzauberte.

Heute holte ich Lou heim, die Nachrichten über die Verschlechterung ihres Zustandes ließen mir keine andere Wahl. Sie konnte noch erkennen, daß sie wieder Daheim war, und sie konnte noch ihre Zufriedenheit darüber verdeutlichen. Am Nachmittag wurde ihr irdisches Dasein in meinen Armen durch den Tierarzt beendet. Am Abend wurde ihre leibliche Hülle auf dem Tierfriedhof in direkter Nähe unserer unvergessenen Tootsie und Kalle bestattet. Meine letzten Eindrücke waren ihre entspannten, geschlossenen Augen und ein leichtes, für sie so typisches Lächeln.

Lou ist auf dem Weg zum Land an der Regenbogenbrücke. Endlich wird sie nichts mehr von ihrer kaputten Hüfte verspüren, sie wird spielen und toben und jagen, und sie wird Lucky treffen, der ihr so seelenverwandt, so ähnlich im Gemüt war.

Liebe Lou, d
ie Hundesenioren werden Dich nie vergessen.

 

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