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Dolly bei den Hundesenioren

03.03.2010

Dolly wurde mitten auf einer Landstraße in der Nähe von Bremen aufgegriffen. Auf verschlungenen Wegen kam sie zu uns, auf die Schnelle fand sich kein Platz für sie. Ihre Herkunft konnten wir klären. Dollys altes Frauchen war verstorben. Der Rest der Familie konnte augenscheinlich mit der alten, kranken Hundedame nichts anfangen. Sie landete in einem Zwinger, zusammen mit mindestens einem großen Hund (Rottweiler?). Die Kleine, die ihr bisheriges Leben als Einzelhündin zugebracht hatte, quetschte sich durch irgendein Zwingergitter und flüchtete, wohl bis zu eben dieser Landstraße... Keiner wollte sie haben, die Familie schon garnicht. Einen Platz konnte man auf die Schnelle auch nicht auftreiben. Seit der Mittagszeit ist sie nun bei uns.

Am Nachmittag war ich mit ihr beim Arzt. Ausgeprägte Mammatumore beidseitig, Verwachsungen und Entzündungen (einschl. Hefepilzen) an und in den Ohren (wohl dadurch sehr schlechtes Hörvermögen), Herzschwächen, schlechter Zahnzustand, schlechter Pflegezustand. Röntgenologische Untersuchung mit weniger schlimmen Befunden, als befürchtet. Sehr starke Sehschwächen mit stark eingetrübten Augen. Vorerst: Herzmedikamente, sowie Behandlung der akuten Ohrenbeschwerden. Alles Andere wird später entschieden, erst mal ist Aufpäppeln dran. Dolly ist schätzungsweise 11 - 13 Jahre alt.

Hier ein erstes Bild, während unserer Früh-Abend-Tour:


Jetzt ist erst einmal Integration in die Rentnerband angesagt. Sie war Einzelhund, augenscheinlich sehr menschen- vor allem frauenbezogen. Dies fordert uns alle. Medikamente und Abendmahlzeit hat sie mit großem Appetit zu sich genommen, ebenso den "Nachtisch". Wir werden es schaffen (wir haben es immer geschafft!). Es hat sich so gefügt, daß Dolly zu uns kommen sollte. Dann soll es so sein.

09.03.2010

Für die kleine Dolly ist es eine recht langwierige Eingewöhnung in der neuen Umgebung mit den neuen Hundefreunden und Menschen. Sie ist zweifellos schwer traumatisiert, verteidigte ihre engste Umgebung, z.B. ihren Korb, mit Knurren, Zähnefletschen und Schnappen. Im Verlauf der letzten Tage gelang eine langsame Annäherung, die dadurch erschwert wird, daß Dolly nur eingeschränkt sehen und kaum hören kann.

Robbie ist wie immer von einer goldigen, unzerstörbaren Freundlichkeit, obwohl Dolly mit übertriebenen Schnapp-Zickereinen vor einigen Tagen versuchte, eine abschreckende Distanz zu schaffen. Aber der unbeirrbare Robbie schaffte es, mittlerweile eine recht innige Nähe herzustellen.

Lisa ist der kleinen Dolly recht zugetan, verteidigt jedoch ihre eigenen Ressourcen mittels leisen, aber deutlichen Warnungen, dies tat sie jedoch schon immer. Auch hier hat sich mittlerweile eine sehr positive Nähe eingestellt. Insgesamt funktioniert die wunderbare Selbstregulierung zwischen den Hundesenioren auch diesmal, zwar etwas gemächlich, aber im Ergebnis perfekt.

Anfangs war es für mich kaum möglich, sich der kleinen Dolly in ihrem Korb zu nähern, um ihr z.B. ihr Geschirr anzulegen, oder ihre Ohren zu behandeln, ohne Gefahr zu laufen, meine Finger zu verlieren... Dies ist inzwischen einer weit fortgeschrittenen Vertrautheit gewichen. Heute geschah es zum ersten Mal, daß Dolly schwungvoll, als wir von unserer Vormittagstour zurückkamen, durch die Terrassentür stürmte, quer durchs Haus lief, um nachzuschauen, wo Hannelore denn sei, und sie dann mit sichtlicher Zufriedenheit im Computerzimmer vorfand. Genau so hielt es unser kleiner Rocky auch immer, wenn wir nach Hause kamen: Erst mal schauen, wo seine Menschen sind, und nach Feststellung der Vollzähligkeit so richtig zufrieden sein...

14.03.2010

Einige Runden beim Tierarzt liegen hinter uns. Es gab nichts neues Negatives, und dies ist positiv. Mal sehen, wie die weitere Entwicklung läuft. Dem jetzigen Futter ist sie jedenfalls sehr zugetan. Ihre Verdauung ist sehr regelmäßig und intakt. Sie wiegt gerade mal 3,8kg, und kann unbedingt etwas Muskelmasse gebrauchen. Dafür können wir sorgen. Zusammenfassend können wir zufrieden sein, alles entwickelt sich eigentlich recht gut.

16.04.2010

Für das kleine Hundemädchen war das Leben im April noch unbeschwert. Sie fand immer besser ins Team der Hundesenioren, und fasste auch täglich mehr Vertrauen zu den Menschen in ihrer Umgebung. Dolly gehört zu den Hündinnen, deren Integration in unsere Familie, unser Rudel, recht lange dauerte, und recht viel Geduld und Nachsicht erforderte., Kaum auszudenken, welches Vorleben und welche Erfahrungen zu dieser anfangs so um sich schnappenden, abwehrenden Verschlossenheit geführt hatten. Davon war in diesem April kaum mehr etwas zu merken.

Schon oft mussten wir erleben, daß gerade bei Oldies, die nach schlimmen Erfahrungen zu uns kamen, zunächst ein schneller Regenerationsprozess einsetzte, dann eine mehr oder weniger kurze, harmonische und glückliche Zeit der Unbeschwertheit das Leben erhellte, jedoch irgendwann Erkrankungen auftraten - als wären dies Vermächtnisse aus den alten Zeiten, die erst dann hervorbrachen (oder hervorbrechen konnten), wenn Oma oder Opa endlich in einem besseren Leben gelandet waren, und irgendwie die Vergangenheit loslassen konnten. So erging es auch Dolly. Mitte April hatte eine routinemäßige große Blutuntersuchung kaum Auffälligkeiten aufgezeigt, nur eine verminderte Schilddrüsenfunktion angedeutet. Damals wollten wir die weitere körperliche Regeneration von Dolly abwarten, um nach angemessener Zeit, wenn die Schilddrüsenwerte sich nicht verbessert hätten, dort medikamentös nachzusteuern. Am Sonntag, dem 09.05.2010 jedoch wurde alles ganz anders. Dolly ging es plötzlich sehr schlecht, hatte keinen Appetit mehr, vieles an ihrem schlechten Zustand machte auf mich den Eindruck von Vergiftungserscheinungen. Am Montag fuhr ich sofort mit ihr zum Tierarzt, der ein akutes Nierenversagen feststellte. Trotz umfangreicher diagnostischer Maßnahmen (Sonographien, Röntgen usw.) konnte kein handfester Grund für diese plötzliche Krise gefunden werden. Blutwäschen und Infusionen erhielten Dollys Leben, und es begann ein langer Kampf mit vielen Verabreichungen diverser homöopatischer Medikamente - zunächst subkutan, später oral verabreicht, und der ständigen Verabreichung von Kleinstmengen Wasser und einer speziellen Nierendiät, um ihren rasanten körperlichen Verfall irgendwie aufzuhalten. Und ganz langsam waren Fortschritte bei Dolly zu erkennen, und sie fand irgendwie ins Leben zurück.

Es folgte ein ganz langwieriger Erholungsprozess, den Dolly nur mit ständigen MCP-Gaben ertrug, um die ständige kaum erträgliche Übelkeit zu bekämpfen. Am 20.05.2010 fing Dolly endlich an, sich wieder selbst zu versorgen, und kleinste Mengen selbst zu fressen. Ihre Blutwerte verbesserten sich allerdings nur wenig. Ein Pulver namens Ipakitine war das segensreiche Mittel, das mir der Tierarzt empfahl, und Dolly wohl noch längere Zeit helfen wird. Dieses Pulver soll bewirken, daß ein erheblicher Teil der Giftstoffe, der normalerweise von den Nieren abgebaut wird, unterstützend bereits im Dickdarmbereich kompensiert wird. Wie auch immer, es scheint bei Dolly zu helfen. Eine chronische Niereninsuffizienz wird sie wohl immer behalten.

19.06.2010

Das Wetter wurde wärmer, Dolly erlangte ihre Fröhlichkeit zurück, und ich hatte in diesen Tagen die große Hoffnung, daß nunmehr die Krisen von Dolly endlich vorüber seien. Da die Prognosen der nächsten beiden Wochen warmes Wetter ankündigten, planten wir für Dolly eine "Radikal-Frisur", das alte Zeug musste unbedingt von ihr 'runter. Frühere Mangelerscheinungen hatten ihr Fell splissig und spröde werden lassen. Am 21.06.2010 sollte es passieren. Mir war klar, daß mit der neuen Frisur die Abmagerung von Dolly deutlich erkennbar sein würde, leider brachte die Fell-Entfernung auf ihrer Bauchseite aber ein ganz anderes Übel ans "Tageslicht". Einer ihrer Saugleisten-Tumore hatte sich geöffnet, und war im Begriff, zu zerfallen. Der Tierarzt riet zu diesem Zeitpunkt von einer Operation ab, Dolly würde mit ihren schlechten Nierenfunktionen eine OP aller Voraussicht nicht überstehen. Um Zeit zu gewinnen, blieb nur eine Behandlung mit Antibiotika und Salben (Leukose, Vulnoplant usw.), außerdem musste Dolly ab sofort ständig einen Body tragen, um ihre ständigen Versuche, an dem sich bildenden Krater zu lecken und zu beißen, möglichst zu bremsen.

Natürlich ist das Zusammentreffen der Notwendigkeit, ständig ein solches Kleidungsstück zu tragen, und der gleichzeitig vorherrschenden Hitzewelle ein mehr als doofer Zufall... Dolly hat jedoch eine Engelsgeduld, mit der sie klaglos diese modischen Accessoires trägt. Dollys Seniorenfreunde kümmern sich rührend und mit viel Verständnis um die kleine Patientin. Der Tierarzt begann, das eitrige Innenleben des Kraters, der sich aus dem Tumor gebildet hatte, mit Wasserstoff-Superoxid zu verätzen, auch diese Prozeduren erträgt Dolly mit großer Geduld. Dies alles sind natürlich Dinge, die eher einem Zeitgewinn dienen, aber keine Heilung bewirken können.

Eine optische "Verbesserung" dieser Wunde kann ich nicht erkennen, aber wenigstens auch keine Verschlechterung. Manchmal meine ich während der Behandlungen und Abdeckungen dieses Bereichs eine vermehrte Schmerzempfindlichkeit bei Dolly festzustellen. Dies wäre ein schlechtes Zeichen. Am Ende eines solchen Prozesses würde der Gang über die Regenbogenbrücke stehen. Man kann ein Mitgeschöpf nicht lange und unnötig leiden lassen. So weit sind wir jedoch noch nicht. Trotz allem Übels hat Dollymaus noch viel Lust und viel Spaß am Leben.

26.07.2010

Endlich hat sich Dolly nach unserem Eindruck soweit erholt, daß sie eine Operation überstehen könnte. Sie befindet sich schon in der präoperativen Fastenphase. Während der letzten Tage haben wir uns um eigene Ruhe bemüht, und alles für eine hoffentlich konstruktive Regeneration von Dolly getan - aber was kann man eigentlich tun? Ich kann kaum meine Sorgen, die ich angesichts des bevorstehenden Eingriffs habe, verdrängen, muß aber immer versuchen, für Dolly der unbeschwerte und gutgelaunte Partner zu sein...

27.07.2010

Ganz kurz und knapp: Um 09:00 Uhr kam ich mit Dolly bei der Tierarztpraxis an, um etwa 09:15 Uhr zeigte die Narkose erste Wirkung. Später erfuhr ich, daß Maria um 09:21 Uhr mit Dolly eine Verbindung hatte, aus der Narkose heraus signalisierte Dolly Entspannung, und daß sie nun keine Angst mehr hätte. Die OP verlief ohne besondere Vorkommnisse, es wurde aber mehr entfernt, als ursprünglich geplant war. Mittags war sie aus der Narkose wieder aufgetaucht, aber recht schwach und taumelig. Sie trank jedoch recht schnell etwas. Gegen 17:30 Uhr war sie soweit, daß ich sie wieder nach Hause fahren konnte. Das folgende Bild entstand im Auto unmittelbar vor der Tierarztpraxis. Dolly ist nach der Operation in eine Art Ganzkörperverband eingepackt. Es ist ratsam, trotzdem einen Body über diesen Verband zu ziehen, was ich im Auto sofort tat. Zuhause angelangt, trank Dolly ein paar Schlucke, ließ sich von Hannelore hätscheln, machte Pipi, und nun schläft sie. Ich habe ein recht gutes Gefühl, ich glaube, daß Dolly dies alles schaffen wird.

Dolly war recht ruhig, hat viel geschlafen. Sie hat auch Appetit, schon gestern abend stellte sie sich in der Küche auf, und verlangte deutlich nach ihrer Mahlzeit. Sie gab auch nachts nach unserer Nacht-Runde nicht eher Ruhe, bis ich das gewohnte "Tour-Abschluß-Leckerli" herausrückte...

Auch am nächsten Tag war sie recht ruhig, man merkte ihr an, daß sie sehr erholungsbedürftig war. Unsere Vormittagstour war nicht sehr lang, Dolly kam gern mit, verrichtete all ihre "Geschäfte", wollte danach aber (höflich, aber bestimmt) wieder zum Auto zurück. Sie legte sich gern ins Auto, ich drehte mit Lisa und Robbie noch eine Extrarunde. Dolly scheint recht genau zu wissen, was für sie gut ist, und was nicht.

Beim Tierarzt wurde Dollys Ganzkörperverklebung gelöst und entfernt. Die Wundverheilung verläuft augenscheinlich ganz hervorragend. Ein neuer Verband blieb ihr erspart, aber natürlich herrscht weiterhin "Bodypflicht". Nächster TA-Termin ist am Freitag. Am Abend war bei Dolly nach einem recht aufregenden Tag eine Pause angesagt:

30.07.2010

Da brauchte uns allen anlässlich des Tierarztbesuchs am späten Nachmittag nicht bange zu werden. Alles ist prima, Dolly bekam nur eine weitere endzündungshemmende Spritze, die OP-Narbe verheilt sehr gut. Wenn in den nächsten Tagen nichts unvorhergesehenes passiert, brauchen wir erst Ende nächster Woche wieder zum Tierarzt: Zum Fädenziehen. Es verläuft alles viel besser, als erwartet.

Und so konnten wir unbeschwert nach dem Besuch beim Onkel Doktor unsere Abendtour absolvieren. Bei schon sehr tiefstehender Sonne kann man als kleine Hundedame schon mal an den Wiesenblumen schnüffeln...

10.08.2010

Die Wundverheilung verlief leider doch nicht so reibungslos, wie wir uns erhofft hatten. Nach dem Ziehen der Fäden zeigten sich Fäden-Unverträglichkeiten. Danach, am Samstag und am Sonntag beruhigte sich der OP-Schnitt tatsächlich, trotzdem zeigte sich im Gesamtbefinden von Dolly keine Verbesserung oder Entspannung. Am Samstag war ich sehr besorgt, weil sie sehr antriebslos und schlapp wirkte, keinerlei Appetit hatte, und mir ein eitrig aussehender Ausfluss aus beiden Augenwinkeln auffiel. Sie setzte an diesem Tag kaum Kot ab, und diese Minimenge sah pechschwarz aus. Dazu gesellte sich langsam ein spezifisch kranker Geruch, der nicht nur Dollys Atem, sondern ihren ganzen Körper betraf. Kurz: Ihre Nieren versagten wieder.

Hier möchte ich einen kleinen Absatz einfügen. Das gesundheitliche Auf und Ab von Dolly zieht sich schon über eine lange Zeit hin. Ich neige nicht zur Mutlosigkeit, aber dieses ständige Wechselbad zwischen den Hoffnungen, daß nun endlich alles besser wird, und dem Gewahrwerden der nächsten kleinen Hiobsbotschaften und Katastrophen ist manchmal zermürbend, und weckt mitunter Zweifel, ob dies alles so richtig ist, und ob man der kleinen Dollymaus dies alles so zumuten kann.

Eigentlich konnte das neue Nierenversagen nicht mit einer Fehl-Ernährung von Dolly oder mit der Aufnahme irgendeines Giftes o.ä. zu tun haben. Also galt es, mit vermehrtem Medikamenteneinsatz und rigoroser Rund-um-die-Uhr-Pflege gegenzuwirken. Fatal ist hierbei, daß bei Dolly jedes Nierenproblem einen geradezu rasanten körperlichen Verfall nach sich zieht. Und bei einem Körpergewicht von weniger als vier Kilogramm hat die kleine Dollymaus kaum etwas zuzusetzen. Immerhin verbesserte sich nach tagelanger Nahrungszufuhr in vielen Kleinstmengen per Spritze ihr Zustand ganz langsam, aber spürbar.

Nun ist bei Dolly wieder eine Phase der ganz vorsichtigen Verbesserung angesagt. Ich wünsche ihr zum ich-weiß-nicht-wievielten Male, daß nun endlich die vielen Krisen durchlitten sind, und daß nun ein unbeschwerter und leidensfreier Lebensabschnitt folgt. Dies hat die kleine, kratzbürstige, tapfere Dolly so sehr verdient...

04.10.2010

Die folgende Zeit war von kleinen, aber stetigen Verbesserungen des Befindens von Dolly bestimmt. Nun geht es ihr schon eine Reihe von Wochen richtig prima. Die Narbe sieht nur noch gut aus, so langsam wächst das Fell auch wieder nach. Dolly hat sich zu einer lebhaften, Menschen sehr, sehr liebenden kleinen Hündin entwickelt. Der beste Beweis, dass es ihr körperlich wirklich besser geht. Sie frisst gut, sie ist an allem interessiert und macht das Rudelleben total mit. Zwischen Lisa und ihr herrscht zwar nicht die große Liebe, aber sie tolerieren sich und es gibt kaum mal ein wenig Geknurre. Mit Robbie versteht sich sowieso jeder Hund, da macht Dollymaus natürlich keine Ausnahme. Es ist so wunderbar, diese "normale" Dolly zu erleben und zu sehen, was aus diesem anfangs mehr als kratzbürstigen und dann eigentlich nur noch kranken Hundemädchen geworden ist. Sie genießt ihr Leben und wir genießen das Leben mit ihr.

 

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 Video von Dolly

Eher zufällig entstand dieses kurze Video von Dolly während einer unserer Touren am 31.08.2010, aufgenommen mit dem Mobil-Telefon:

 

 

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 Unsere Dolly ist über die Regenbogenbrücke gegangen


Der Korb im Wohnzimmer ist weggeräumt, ebenso die Schlafhöhle in Peter's Zimmer, wie auch die Kuscheldecken. Eingepackt sind auch ihr Geschirr und die Leine. Ihre Medikamente sind aus der Sortierbox entfernt. Die TASSO-Abmeldung ist ebenso erledigt. Die für morgen erwartete Diätfutter-Lieferung wird unnütz sein. Ihr Fressnapf steht nicht mehr am gewohnten Platz. Wenn sich nur die Gedanken und Erinnerungen ähnlich beiseiteräumen liessen...


Nun ist Dolly also unter der (noch gefrorenen) Erde, der kleine Seniorenhunde-Friedhof wird immer mehr zum Gräberfeld. Eigentlich wollte Peter Dolly heimholen, und nicht begraben. Am späten Vormittag fuhr Peter sehr hoffnungsfroh los, um Dolly aus der Obhut der Tierärztin zurück in unsere Obhut zu nehmen.

Am vergangenen Samstag war auffällig, daß Dolly ihre Abendmahlzeit nur zum Teil fraß, ganz gegen ihre Gewohnheiten der letzten Monate. Am Sonntag stellten sich eine zunehmende Zurückgenommenheit und eine immer stärker werdende Atemnot ein. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehens, am frühen Abend des Sonntags fuhr Peter mit Dolly in die City zur Tierärztin.

Die Röntgenaufnahmen zeigten total "dichte" Lungenflügel, zwischen denen sich das kaum erkennbare Herz stark vergrößert abzeichnete. Es wurde alles in die Wege geleitet: Sedierung zur Linderung der Erstickungsangst, entschleimende und entwässernde Medikamente, Antibiotika, Kreislauf- und Herzunterstützung, Dolly blieb in der Praxis in einer Sauerstoffbox mit hoher Anreicherung, ständig überwacht. Die Ärztin schätzte ihre Überlebenschancen während dieser Nacht als relativ gering ein.

Am Morgen des Montags hatten sich ihre Werte jedoch verbessert. Peter fuhr hin, traf Dolly recht mobil, lebhaft und hoffnungsfroh an, brachte ihr gewohntes Diätfutter und spezielle Nierenmedikamente in die Praxis. Während des Montags blieb ihr Zustand gleichbleibend. Für den Dienstag war am späten Vormittag vereinbart, daß Peter Dolly zunächst abhole. Vorher wurden noch Untersuchungen angestellt; neue Röntgenaufnahmen zeigten eine erhebliche Verbesserung des Zustands ihrer Lunge. Als Peter dort ankam, wirkte Dolly sehr zurückgenommen und reaktionsarm, die Tierärztin führte dies auf die vorhergegangenen Medikamentenvergaben zurück.

Als Peter die Praxis verlassen hatte, Dolly in den Armen, um zum etwas entfernt parkenden Auto zu laufen, spürte er, wie das Leben aus Dolly entwich. Peter machte sofort kehrt. Die Tierärztin versuchte alles, um Dolly zu helfen, sie legte einen Lungentubus, beatmete künstlich, Herzmassagen, Atropin, Adrenalin... Dolly fand nicht mehr zurück zu diesem Dasein, sie hatte sich bereits auf den Weg gemacht in eine andere Welt.

Wir wissen, daß sie noch genau mitbekam, daß sie nach Hause geholt wurde. Wir wissen auch, daß sie vorher unter dem Aufenthalt in der Tierarztpraxis, fast immer in der Sauerstoffbox, sehr litt. Ohne den Sauerstoff hätte sie den Abend des Sonntags nicht überlebt, wäre qualvoll erstickt. Peter's Besuch am Montag, die Eindrücke von ihr, die Berichte der Tierärztin - dies alles stimmte uns sehr optimistisch, daß Dolly diese schwere Krise überstehen würde. Umso niederschmetternder ist ihr für uns so unerwarteter Tod. Dolly brauchte wohl nur noch die Gewissheit, heimzukommen, um von diesem Leben loslassen zu können.



Die hier eingefügten Bilder von Dolly stammen von der Fotoserie vom Sonntag, und gehören zu den letzten Bildern, die es von Dollymaus gibt.

Am 3. März 2010 kam Dolly im Alter von ca. 13 Jahren, schwer traumatisiert und sehr krank, zu uns. Aber ihr Lebenswille kam zurück und wir führten gemeinsam den Kampf gegen das Nierenversagen und die Tumore. Dolly entwickelte sich zu einer fröhlichen, aufgeschlossenen, liebenswürdigen und verschmusten kleinen Hündin, die ihr neues Leben offensichtlich sehr genossen hat. Gestern, am 04. Januar 2011, verließ Dollymaus uns und ging über die Regenbogenbrücke.
 
Lucky, Lou, Nadia, Frici, Max, Lucia, Rocky... und nun Dolly; die Abschiede werden immer schwerer............
 
Wir sind sehr traurig

Hannelore und Peter
mit Lisa und Robbie

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