Ferenc
 

 

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Ferenc' Weg in ein neues Leben.

 

Angefangen hat alles mit einem weitergeleiteten Notruf über eine Tierschutz-Liste, den ich ebenfalls weiterleitete, nach einem Pflege- oder Endplatz für einen großen Mastiff - Mix - Rüden, der in einer Tötungsstation in Ungarn saß und dessen Zeit eigentlich schon eine ganze Weile abgelaufen war. Er sollte angeblich aggressiv sein und daher auch praktisch keine Chance auf Vermittlung haben.

Ich öffnete den in der Mail angegebenen Link und sah in Ferenc’ (damals „hieß“ er noch 152K) Augen. Ein Funke sprang über und  dieser Hund ging mir nicht mehr aus dem Kopf.  Ich sah keinerlei Aggression in diesen Augen, nur eine unendliche Traurigkeit.

3 Wochen vergingen, ohne dass sich für den Hund eine positive Lösung ergab. Als ich dann erfuhr, dass nun alle Hoffnungen aufgegeben worden seien und die Tötung damit unabwendbar, war für Anne und mich klar, dass wir uns direkt einschalten mussten.

Also suchten wir nach einem Platz für den Hund, der nun auch einen Namen bekam: Ferenc. Noch am selben Abend erhielt ich die Zusage für einen Quarantäneplatz in Deutschland. Blieb noch das Problem, wo konnte Ferenc bis zu seiner Ausreise nach Deutschland in Sicherheit gebracht werden? Viele Kontakte, alte und neue, wurden aktiviert und führten schließlich zu einer sehr lieben und aktiven Tierfreundin in der Nähe von Budapest. Sie versprach nicht nur, Ferenc aus der Tötungsstation Illatosut in Budapest herauszuholen, nein, sie tat dies auch innerhalb weniger Tage.

Es war Rettung in letzter Minute, wie sich dann herausstellte. Ferenc hatte sich selbst aufgegeben und fraß schon nicht mehr. Er war schrecklich mager und klapprig, aber im wahrsten Sinne des Wortes ein sanfter Riese. Sanft zu den Menschen und auch zu den ca. 200 Katzen, mit denen er nun bis zu seiner Ausreise nach Deutschland lebte. Ferenc hatte, wie alle Hunde, die aus der Tötungsstation Illatosut an neue Besitzer oder Tierschutz-Organisationen abgegeben werden, eine gültige Tollwut- und 5fach-Impfung, so dass seiner Ausreise nichts mehr im Wege stand.

Ich glaube nicht an Zufälle, ich glaube an Wege, die vorgezeichnet sind. Auf einem solchen Weg befand sich nun Ferenc, und daher ergab sich sein Transport nach Deutschland fast zwangsläufig zu exakt der richtigen Zeit. Ich bekam Kontakt zu einer kleinen Tierschutz-Initiative, die sich um Hunde aus der Tötungsstation kümmert, aus der Ferenc gerade in Sicherheit gebracht worden war. Einige Tage später wurde dort die Möglichkeit eines Transportes von 10 bis 12 Hunden aus der Tötungsstation erörtert, auf dem Ferenc dann ebenfalls mitgenommen werden könne.

Am 25. März 2006 kam Ferenc, gemeinsam mit einigen Hunden aus dem kleinen Tierheim seiner Retterin Gabi und einigen Hunden aus der Tötungsstation Illatosut, auf seiner Reise in ein neues Leben in seiner Pflegestelle in Deutschland an. Dort wurde er schon seit Tagen sehnsüchtig erwartet, denn auch hier hatte sein Foto aus der Tötungsstation einen tiefen Eindruck hinterlassen, und jeder wartete auf den sanften Riesen. Seine Ankunft möchte ich mit den Worten seines Pflegefrauchens beschreiben:

"Ferenc stieg aus dem Auto, und um ihn herum schien die Natur den Atem anzuhalten. Von Ferenc ging eine Ausstrahlung aus, die uns alle sofort in seinen Bann zog."

An dieser Faszination auf Menschen und auf Tiere hat sich nichts geändert. Auch ich, die ich Ferenc ja nur von - inzwischen weit über 100 - Fotos und aus den Beschreibungen der Menschen, die jetzt für ihn so liebevoll sorgen, kenne, kann mich dieser Ausstrahlung nicht entziehen - warum auch? Ferenc blüht auf, er hat wieder Vertrauen zu Menschen gefasst, ist ganz zart und vorsichtig beim Umgang auch mit kleinen Menschen, ist nur lieb, genießt alle Streicheleinheiten, fängt an, richtig zu spielen. Er freut sich, zwar noch immer ein wenig vorsichtig und so, als könne er es noch gar nicht recht fassen, was da mit und um ihn herum geschieht, ganz offensichtlich seines neuen Lebens. Vielleicht kann er all die schrecklichen Dinge, die er zweifellos in seinem alten Leben erfahren hat, in baldiger Zukunft so weit vergessen, dass sie ihm keine Albträume mehr bereiten und ihn nicht mehr belasten werden.

Wir alle, das habe ich Ferenc versprochen, werden alles daran setzen, dass sein Leben jetzt nur noch in Liebe, Sicherheit und Geborgenheit verlaufen wird.

Hannelore.

 

 Ferenc: Eine Fortsetzung in Bildern.

Einige Bilder zeigen beispielhaft, wie die Geschichte von Ferenc, dem sanften Riesen, weitergeht:

Ferenc freundet sich immer mehr mit seinen Menschen an, findet sich immer mehr in seiner neuen Welt ein, lässt die alte Welt immer mehr hinter sich.

Er kann neue Wurzeln schlagen, und er findet in seiner neuen Welt sein Idol.

Ferenc ist der sanfte Riese, beeindruckend, doch freundlich und behutsam mit den Seinen. Er zieht wie am ersten Tag jeden in seinen Bann, der ihm begegnet.

Machs gut in Deiner neuen Welt, Ferenc. Wir werden immer wieder mal nach Dir schauen.

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